Instantfischen an großen Stauseen

Hi Leute,

meine friedfischangelfreien Monate nutze ich mittlerweile jährlich, um mir eine Taktik fürs kommende Frühjahr zu zulegen, Videos zu dem Thema zu schauen, Wunschgewässer zu studieren, erfahrene Leute zu befragen und zig Berichte zu lesen. Das treibt mich solange umher, bis ich es fast nicht mehr aushalte die Taktik in der Realität umzusetzen.

Idee für 2019: Instantfischen am 100ha Stausee (Vorfüttern will und kann ich mir bei 1h Fahrtzeit nicht gönnen)

Zielfisch: Karpfen, Schleie, Brachse (am besten in kapitaler Form, klein wär aber auch okay!)

 

Taktik:

•             Tagessessions ohne Vorfüttern

•             Stellenwahl: Flache Buchten unter Berücksichtigung der Windrichtung

•             Ultra mobiles, leichtes Karpfengeschirr, weil Parkplätze am See Mangelware sind und ich diese ausgetretene Parkplatzstellen nicht leiden kann

•             Größerer Futterplatz mit relativ kleinen Ködern, um möglichst viele Fische anzusprechen und auch kleinere Schleien und Brachsen nicht von vornherein zu vergraulen

•             Eine Rute: Methodkorb mit Pelletmix

•             Zweite Rute: Roddie-Rig (Kombi aus Chod-+Ronnie-Rig, weil ich zu doof/faul für kurze Chodies bin und mal was neues probieren wollte)

•             Sehr attraktive Köder und Futter

 

Vorbereitung: Einkauf bei AngelHAACK....

•             Stalking-Bundle (Ruten: AngelHAACK CRP Stalker 9ft, 2,75lbs; Rollen: Wychwood Extricator 5000FD; Schnur: FOX Soft Steel Light Camo 0,309mm; Kescher: AngelHAACK CRP Landing Net 42inch 2-teilig; Futteral: AngelHAACK; 2Rod-Sling)

•             Avid Carp Day Session Kit (allerdings ohne das Futterall, da ich ja mit 9Fuß Ruten angelte)

•             Futter: AngelHAACK Milk+ Pellets und Pop-Ups (14mm), Green Betain Grundfutter, sowie Sticky Baits Manilla und The Krill Paste; 12mm Manilla und The Krill Shelf Life Boilies

 

Erster Versuch der Umsetzung (eine Woche vor eigentliche angepeiltem Termin, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe und mein Kumpel auch Zeit und Bock hatte):

•             Angelbeginn mit Sonnenaufgang und 3 Grad Lufttemperatur

•             Location: Bucht mit Süd-West-Ausrichtung; Wassertiefe: 1,5 bis 3,5m in Wurfweite; einige Hindernisse und viel abgestorbene Vegetation am Boden

•             Wetterbedingungen: Sonnig, Luftdruck: 1050hPa, Nord-Ost-Wind, Wassertemperatur: knapp unter 10 Grad

•             Augenscheinlich viel Fischaktivität durch springende Fische in ordentlichen Größen (der Puls steigt ins Unermessliche...)

•             Großflächiges Füttern von 12mm Boilies (Manilla und The Krill gemischt) mit dem Wurfrohr (Futterplatz ca. 10x30m)

•             Erste Rute (1,5oz Methodfeeder mit eingeweichten Milk+ Pellets, einem 12mm Manilla Boilie am 0,25 Mono-Vorfach (Stroft ABR) und Avid Carp Widegape (Gr. 10), ummantelt mit Manilla Paste) in die Mitte der Bucht auf ca. 2m abgelegt (abseits des o.g. Futterplatzes)

•             Zweite Rute (Roddie-Rig mit 14mm Milk+ Pop-Up, 80gr UFO-Sinker beides gedippt mit Dreambaits ACID-Spray) mitten auf dem Futterplatz in 3m Tiefe

 

Dann beginnt das Warten...für gerade einmal 30 Minuten...ich war komplett überrascht...Vollrun am Methodfeeder! Taktik geht auf! Wuhuhu!

 

Anbei die Gedankengänge eines Karpfenanglers ungeschönt (aber teilweise zensiert) zum Mitfühlen:

•             9ft-Rütchen aufgenommen: „Karpfen. Top. Fühlt sich aber nicht sonderlich gut an“ (egal: Hauptsache Fisch)

•             Dann, nach kurzer Drillzeit: Hänger in einem Hindernis...ca. 40m Entfernung...50:50-Chance!

•             Fisch frei (Yeah!)...Halt nein...Fisch weg...ausgestiegen...sch*****!!!! Dreck!!!

•             Lose Schnur entmutigt aufgekurbelt....oh halt: Fisch ist doch noch dran und ist direkt vor meinen Füßen...Geilo!

•             Puls steigt in unbekannte Sphären, auch weil der Fisch nun doch eine ordentliche Größe vermuten lässt...

•             Fisch zieht parallel zum Ufer ins nächste Hindernis (tote Vegetation)...dieses Mal bleibt die Situation im Nahbereich überschaubarer und ich bleibe der Sieger

•             Fisch ist wieder frei und dann auch bereit zur Landung

•             Kurzer banger Moment (wie immer beim Keschern)

•             Safe! Da ist das Ding und die Größe ist für den ersten Instant-Fisch aus dem 100ha See aus meiner Sicht ein super Erfolg. Ich war extrem erleichtert und zufrieden

•             Fisch war perfekt im Maul gehakt (Haken von Avid sind megastabil, scharf und genießen mittlerweile mein vollstes Vertrauen: bin hier etwas eigen)

•             Fisch versorgt und schnell die Rute wieder scharf gemacht: „Das geht ja gut los. Wenn das so weiter geht...“ #Muskelkater

 

Aber dann passierte nichts mehr, nada, niente. Was soll man hieraus wieder ableiten???

 

Mein Resümee:

•             Werfen mit 9ft Ruten ist gewöhnungsbedürftig (besonders mit 1m Leader), geht aber mit etwas Übung doch erstaunlich gut und macht voll Bock

•             Oben beschriebene Hardware (Ruten, Rollen, Schnur, Kescher, Day Session Kit) macht einen super ersten Eindruck und ist für meine hiermit angestrebte Angellei perfekt: so wenig Tackle (ich hatte sogar eine Hand frei) ist einfach der Hammer!

•             An das kleine Futteral (AngelHAACK Stalker Range 2 Rod Sling) kann man alles pinnen: Kescher, 4 Banksticks, Wurfrohr ohne Probleme

•             Fisch war vlt nur Zufall - Aber: dieser Fisch bestätigt mir trotzdem Tackle und Taktik (allen voran natürlich die Stellenwahl!)

•             Mit dem gewonnen Selbstvertrauen, werde ich diesen Weg im Frühjahr 2019 weiter gehen: Motivation ist nach 20 Jahren Angeln erneut „relaunched“ worden

•             Ich habe einen geilen Angeltag mit meinem Kumpel in einer atemberaubenden Natur genossen: schaut Euch die Bilder an (Danke Christoph fürs fotografieren, normal ist es ja immer anders herum)

Leute geht raus, vertraut auf Euch und fangt Fische, egal ob Zufall oder (selbst interpretiertes) Können.

Bis bald,

Euer Tim

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