Weißfischherbst

Mit dem Einzug des Herbstes legen die Fische jetzt nochmal richtig los, was die Nahrungsaufnahme angeht. Die Nachttemperaturen sind nur noch einstellig, die Sonnenscheindauer lässt merklich nach und durch Herbstunwetter wird viel Nahrung in die Gewässer gespühlt. Nichtsdestotrotz liegt die Wassertemperatur teils noch deutlich über 15 Grad. Optimale Vorraussetzungen also.
Wer jetzt die richtige Angelstrategie fährt, hat die Chance auf zahlen- und größenmäßige Traumfänge.
Nahezu alle Fischarten ziehen sich in den Flüssen jetzt an "Besonderheiten" zusammen.
Dies können besonders tiefe Stellen, Kanten, Hindernisse und absterbende Krautfelder sein.
Bei einer Kombination verschiedener dieser Faktoren ist der Erfolg fast garantiert.
Gerade die Barben kommen nun auch aus der Hauptströmung nachts in sehr ufernahe Flachbereiche, um zu fressen. Entgegen aller Erwartungen fängt man teilweise richtige Kaliber direkt vor den Füßen im fast stehenden Uferwasser.

Neben der richtigen Stellenwahl ist die Wahl des Futters essentiell: Döbel, Brassen und Barben sind extrem vernarrt in Fischmehlköder. Egal ob Boilies, Pellets oder Grundfutter, welches Fischmehl enthält, Hauptsache fischig!. Sowohl zum Anfüttern, als auch als Hakenköder bringen diese Köder Weißfisch, Weißfisch, Weißfisch!

Große Exemplare fressen bevorzugt nachts. Dementsprechend ist die optimale Anfütterzeit auch in die Abendstunden zu legen, um zu verhindern, dass die Köder von Kleinfischen wie kleinen Rotaugen oder Grundeln (an)gefressen werden und für die Dicken nichts liegen bleibt.
Auch dürfen sowohl die Hakenköder als auch die Futtermaterialien noch üppig dimensioniert sein. Selbst zwei 20er Boilies werden nicht gescheut. Auch große Rotaugen vergehen sich noch fast problemlos an 16mm Hailbuttpellets.

Besonders bietet es sich an eine Rute mit einem großem Halibuttpellet zu fischen, da sich diese schnell auflösen und dadurch eine hohe Lockwirkung erzielen. Die zweite Rute, gefischt als Methodfeeder mit 8mm Fischmehlpellets, bringt häufig viel Aktion und gute Rotaugenfänge. Besonders lange haltbar am Gummiband sind hier die Monster Crab Halibut Pellets von Rod Hutchinson.

Um die Ruten über Nacht fischen zu können verwende ich Fischmehlboilies, zum Beispiel aus der Budget-Range von Angelhaack, je nach Gusto auch mal mit einem Pop-Up zum Schneemann gemacht.

Interessant ist, dass die Fische wirkliche Beißphasen an den Tag (oder die Nacht) legen. Teilweise kommt am perfekten Platz stundenlang keinerlei Aktion und von einem Moment auf den anderen hat man binnen einer Stunde acht Kapitale am Haken. Wer verschiedene Uhrzeiten zum Fischen ausprobieren kann, sollte das nutzen, um die besten Phasen auszuloten.

Dieser herbstliche Fressrausch hält nun voraussichtlich bis Ende Oktober/Mitte November an und mündet dann in der saure-Gurken-Zeit des Winters. Wer nochmal richtig zuschlagen will, der sollte also jetzt loslegen.

 

Viel Erfolg am Wasser,

Euer Jean

 

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